Der letzte Vogel

So ward der Zeiten Ende nah,
zur Vogels letzten Morgenstund,
erklingt die Stimme wunderbar,
doch gilt sie nicht dem Alter.
Und das morgenrötlich Gold,
küsst bis zum Ende noch die Blätter,
jenes Baumes,
welcher einst bekannt,
des letzten Vogels Heimat war,
denn als der Wald einst abgebrannt,
zum Himmel stieg die Vogelschar.

So ward der Zeiten Ende nah,
und trotzdem sang ein letzter Vogel,
seiner Heimat alter Tage,
grüner Wiesen,
doch nur vage,
schien ihn diese Melodie
noch daran zu erinnern.

Es ward dem Vogel nicht bewusst,
auf welchem Baume er da sang,
obgleich er kahl und ganz verdorrt,
so gäb es keinen schönren Ort,
als des letzten Vogels Heimat.

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Veröffentlicht von Moritz Pongratz

Moritz Pongratz wurde am 27.01.2003 in Kärnten geboren und ist derzeit Schüler des BRG Viktring (Musikzweig). Er entwickelte bereits früh seine Begeisterung für die Frei- und Schönheiten der deutschen Sprache, wie auch die Freude damit neues zu schaffen. 2016 gehörte er zu den Preisträgern des WiMo Literaturpreises und 2017 durfte er einen seiner Texte im Zuge der Gala: „Wider die Gewalt“ in der Burgarena Finkenstein vortragen. Im Juni 2020 ist sein erster Lyrikband: "41 Gedichte in beabsichtigter Reihenfolge" im SchriftStella Verlag erschienen.