Der letzte Vogel

So ward der Zeiten Ende nah,
zur Vogels letzten Morgenstund,
erklingt die Stimme wunderbar,
doch gilt sie nicht dem Alter.
Und das morgenrötlich Gold,
küsst bis zum Ende noch die Blätter,
jenes Baumes,
welcher einst bekannt,
des letzten Vogels Heimat war,
denn als der Wald einst abgebrannt,
zum Himmel stieg die Vogelschar.

So ward der Zeiten Ende nah,
und trotzdem sang ein letzter Vogel,
seiner Heimat alter Tage,
grüner Wiesen,
doch nur vage,
schien ihn diese Melodie
noch daran zu erinnern.

Es ward dem Vogel nicht bewusst,
auf welchem Baume er da sang,
obgleich er kahl und ganz verdorrt,
so gäb es keinen schönren Ort,
als des letzten Vogels Heimat.

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Veröffentlicht von Moritz Pongratz

Moritz Pongratz wurde am 27.01.2003 in Kärnten geboren und veröffentlichte 2020 seinen ersten Lyrikband 41 Gedichte in beabsichtigter Reihenfolge im Verlag SchriftStella. Derzeit befindet er sich in Vorbereitung auf sein Germanistik und Jazz Schlagzeug Studium in Graz. Die Website „Moritz Pongratz Literatur“ ist Portfolio und Medium zum Experimentieren zugleich. Publiziert werden Gedichte und Prosaminiaturen in Rohfassung.