Der Riese

Wer schlummert im dunklen Verliese,
länger als Sterne bestehn?
Ein uralter, einäugig Riese,
wird Tod und Zeit überstehn.
Stetig so quält ihn ein Hunger,
der alles und jeden verschlingt,
sein Odem ein Sog,
ins Innre so zieht er,
Sonne und Licht
und all die Gesetzte,
gelten ihm nicht. 
Er trinkt von der Milch einer Mutter,
die alle Welten gebärt,
doch die Stillung des unbändig Hungers,
ist ihm auf ewig verwehrt. 

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Veröffentlicht von Moritz Pongratz

Moritz Pongratz wurde am 27.01.2003 in Kärnten geboren und ist derzeit Schüler des BRG Viktring (Musikzweig). Er entwickelte bereits früh seine Begeisterung für die Frei- und Schönheiten der deutschen Sprache, wie auch die Freude damit neues zu schaffen. 2016 gehörte er zu den Preisträgern des WiMo Literaturpreises und 2017 durfte er einen seiner Texte im Zuge der Gala: „Wider die Gewalt“ in der Burgarena Finkenstein vortragen. Momentan ist er auf der Suche nach dem passenden Verlag für seinen ersten Lyrikband.