Zivilisation

Der Zivilist ist ein einsamer, der sich das Leben in Gesellschaft vorstellt und da er es noch nie erlebte, im besten Sinn erträumen darf. Man kennt und meidet ihn gerade deshalb, der Instinkt meldet Gefahr, geht er einkaufen und arbeiten. 

Er, das erzählen sie, habe den Ureinwohnern das Land geraubt und die Ebenbürtigkeit eines jeden Volkes vereitelt, um in oberster Etage mit der Nase zu schütteln und herrlich zivilisiert zu sein. 

So viel Furcht und dabei gibt es den Zivilisten schon lange. 

Er war jener, der einst stehen blieb und dem Gestürzten zeigte, dass er noch Beine hat und des Aufstehens fähig ist. Der Zivilist konnte ihm aufhelfen, mehr wollte er nicht. Er begriff lediglich die Qual, wenn alle fort und weiterlaufen. 

Weil sie es nicht besser wussten, reichten sich die Zivilisten die Hände und was generationenlang als Krankheit galt, resultierte in ein:

„Vielen Dank und auf Wiedersehen.“

Möglicherweise täuscht das Absolute und der Zivilist ist nicht einsam, mag sein im Weltgeschehen ein Individualist und trotzdem stets in beneidenswerter Gesellschaft. 

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Veröffentlicht von Moritz Pongratz

Moritz Pongratz wurde am 27.01.2003 in Kärnten geboren und ist derzeit Schüler des BRG Viktring (Musikzweig). Er entwickelte bereits früh seine Begeisterung für die Frei- und Schönheiten der deutschen Sprache, wie auch die Freude damit neues zu schaffen. 2016 gehörte er zu den Preisträgern des WiMo Literaturpreises und 2017 durfte er einen seiner Texte im Zuge der Gala: „Wider die Gewalt“ in der Burgarena Finkenstein vortragen. Im Juni 2020 ist sein erster Lyrikband: "41 Gedichte in beabsichtigter Reihenfolge" im SchriftStella Verlag erschienen. Er ist Mitglied der IG österreichischer Autorinnen und Autoren.