Der Unterschied von Tag und Nacht

Darum missfällt es mir, sagte D.
Nichts ist konstanter, als meine Gewohnheiten, meine Taten. Kaum einer erreicht mich auf diesem Gebiet. Wie ein Restaurant seine Spezialität, führe ich den Rhythmus als meine an und nicht irgendeinen Rhythmus- den des Lebens. Nenne mich einen Spinner, aber ich kenne den Unterschied von Tag und Nacht. Er ist der Sonne abzulesen und unmissverständlich, seit mein Körper eine Pause brauchte und mich Stunde um Stunde auf den Morgen warten ließ.
Ein unheimliches Gefühl nicht mit den Vögeln zu erwachen und plötzlich Teil einer anderen Zeitfolge zu sein. Die Menschen wandern ohne mich weiter, die Uhr läuft davon und ist längst außer Reichweite. Aber kümmerts mich?
Nein, und darum missfällt es mir.

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Veröffentlicht von Moritz Pongratz

Moritz Pongratz wurde am 27.01.2003 in Kärnten geboren und ist derzeit Schüler des BRG Viktring (Musikzweig). Er entwickelte bereits früh seine Begeisterung für die Frei- und Schönheiten der deutschen Sprache, wie auch die Freude damit neues zu schaffen. 2016 gehörte er zu den Preisträgern des WiMo Literaturpreises und 2017 durfte er einen seiner Texte im Zuge der Gala: „Wider die Gewalt“ in der Burgarena Finkenstein vortragen. Im Juni 2020 ist sein erster Lyrikband: "41 Gedichte in beabsichtigter Reihenfolge" im SchriftStella Verlag erschienen. Er ist Mitglied der IG österreichischer Autorinnen und Autoren.